Die Wiese – Ein Paradies nebenan

Die Wiese – Ein Paradies nebenan

Die BUND Ortsgruppe Weinheim zeigt am Sonntag, den 15.12., um 11:15 Uhr im Kino Modernes Theater den Film „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ von Jan Haft.

In diesem Jahr gab es in der Presse immer wieder Aufrufe für den Artenschutz und Schlagzeilen über das Insektensterben. Immer mehr Studien belegen unsere Wahrnehmung: Es gibt immer weniger Insekten und Vögel in der Feldflur. Und wie sieht es vor unserer Haustür aus? Wo gibt es noch artenreiche Wiesen und Weiden? Wer kennt noch bunt blühende Wiesen mit allerlei Tieren, wie Schmetterlinge, Grashüpfer, Käfer und Bienen?

Wiese

Das Ausmaß der Veränderungen, die unsere Landschaft in den letzten Jahrzehnten erfahren hat und weiter erfährt, ist enorm: Millionen von Hektar werden intensiv bewirtschaftet, mit Gülle, Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln nahezu überschwemmt. Eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt hat hier kaum Überlebenschancen. Da verwundert es nicht, dass artenreiche, bunt blühende Wiesen in den Roten Listen des Bundes und der Länder unter den gefährdeten Biotoptypen stehen.
Grünland dient in erster Linie als Viehfutter. Beim größten Teil handelt es sich um sehr produktive aber artenarme Fettwiesen und Fettweiden. Hier finden nur wenige Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten einen geeigneten Lebensraum. Damit fehlt auch die Nahrungsgrundlage für viele Vögel der Feldflur.

Wiese

Bunt blühende, artenreiche Wiesen werden dagegen nicht oder wenig gedüngt. Sie sind daher viel weniger produktiv und ergeben deutlich weniger Futter. Wir können aber von Landwirten kaum verlangen, nur weil sie schön aussehen, solche artenreiche Wiese zu erhalten. Solche extensiv genutzten Wiesen für eine landwirtschaftliche Nutzung attraktiv zu machen, muss Aufgabe einer neuen Landwirtschaftspolitik sein. Zum Beispiel durch stärkere Berücksichtigung bei den Agrarsubventionen. Hier ist die Politik gefordert.
Es wäre aber auch sehr einseitig, nur die Landwirtschaft für den starken Rückgang an Insekten und Vögeln verantwortlich zu machen. In den Städten und Dörfern sieht es meist nicht viel besser aus. Wenn man sich hier umschaut, sieht man viele Rasenflächen, meistens regelmäßig kurz geschnitten. Hier wächst selten eine Blume. Oder Schottergärten, wo noch nicht einmal ein Grashalm geduldet wird. Und nicht wenige Wiesen werden durch Siedlungs- oder Straßenbau zerstört.

Rehkitz
(c) nautilusfilm / polyband Median GmbH

Wie es um die bunten Wiesen steht, beschreibt der Film. Er schildert die Hintergründe des Wiesensterbens und stellt einige Wiesenbewohner wie Orchideen, Tagfalter und Vögel vor. Der Regisseur Jan Haft meint dazu: „Ganz wichtig ist auch die Unterscheidung von intensiven und extensiven Wiesen. Es gibt Wiesen, die werden häufig gedüngt, gemäht und geschnitten, dort leben dann sehr wenige Pflanzenarten und Tiere . Es gibt aber auch die extensiven Wiesen, die nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht, manchmal auch beweidet werden und die gar nicht oder ganz moderat gedüngt werden . Das sind die Lebensräume, in denen es wimmelt, in denen jede Menge Pflanzen- und Tierarten vorkommen.“

Der BUND Weinheim pflegt seit vielen Jahren im Naturschutzgebiet Steinbruch-Sulzbach Magerrasen und Magerwiesen und sorgt so für ihre Erhaltung. Unterstützer und Helfer zu den Pflegeeinsätzen sind immer gerne willkommen.